Sunday, December 8, 2019

9. Dezember, Weltantikorruptionstag

Staatsstreich der Konzerne […] Das sind nicht alles zufällige Einzelteile aus verschiedenen Richtungen, sie passen sehr gut zusammen und ergeben ein sehr altmodisches Bild. Es geht darum, uns in eine prä-demokratische Epoche zurück zu versetzen. Es geht in Wirklichkeit um einen Kampf, dessen Ausgang die Verlierer nie akzeptiert haben. Es war eine Niederlage im Kampf, um ihre Rechte als Besitzer, als mächtigste Personen.

Stück für Stück holen sie sich das zurück, deshalb befinden wir uns in einem Staatsstreich in Zeitlupe.

Die Welt ist ein Spielplatz der Konzerne, unaufhaltsam bestimmt von den unumstößlichen Regeln der Wirtschaft. Die Welt ist ein Geschäft, Mr. Beale. Das ist sie, seit der Mensch aus dem Urschleim gekrochen kam. — Network (1976)

Wir haben die Fähigkeit zu denken verloren. Bilder sind allgegenwärtig. Wir werden mit Bildern bombardiert, rund um die Uhr. Und diese Bilder werden mit Wissen verwechselt. Wir verwechseln die Gefühle, die uns eingeflößt werden mit Wissen. Wir verstehen nicht mehr wie Machtsysteme funktionieren. Dass kann man nur, wenn man auf die gedruckte Kultur zurückgreift. Indem man John Ralston Saul und Noam Chomsky liest.

In einer post-literarischen Gesellschaft sind die Bücher zwar noch da, aber niemand nimmt sie mehr in die Hand…

Quelle: Chris Hedges (Journalist und Autor)

Friday, October 18, 2019

Menschenfresser (Ein Gedicht)

Um mein Wissen zu verbessern
Von der Menschlichen Natur
Möchte ich zu Menschenfressern
Kannibalen auf der Spur

Bald schon find ich mich im Flieger
Der nach Neuguinea reist
Wo so mancher wilde Krieger
Sicher Menschenfleisch verspeist

Durch des Urwalds dunkle Löcher
Bis mich wer am Arme packt
Alter Mann mit Penisköcher
Und ansonsten splitternackt

Nimmt mich mit zu seinen Leuten
Denn sie feiern grad ein Fest
Wo sie Schweinebraten häuten
Welchen man sich munden lässt

Pudelsatt nach dem Gelage
Als im Dorf mich jeder kennt
Stell ich endlich meine Frage
Die mir auf der Zunge brennt

Zu dem Alten sag ich: „Opa
Stimmt es, esst ihr Menschen auch?“
„Nein, wir sind nicht in Europa
Nur bei euch gibt’s diesen Brauch“

Irritiert ob dieser Worte
Frage ich mich erst mal still
Bin ich hier am rechten Orte?
Find ich, was ich finden will?

„Nein“, sag ich, „das weiß ich besser
Auch wenn’s Ihnen nicht beliebt
Das es wilde Menschenfresser
In Europa nicht mehr gibt“

Durch die Runde geht ein Raunen
Das sich langsam nur verliert
„Wie nicht mehr?“, fragt man mit Staunen
„Haben wir euch missioniert?

Wen die Europäer fanden
Fraßen und versklavten sie
Hier in Neuguineas Landen
Gab es Menschenfresser nie“

Tja, was soll ich dazu sagen?
Wollt ich finden, was ich fand?
Und mit vielen offnen Fragen
Forsch ich nun im Heimatland

Mit freundlicher Genehmigung:
Copyright © Gereon Janzing
www.gereon.es

Der Kannibale in verschiedenen Sprachen

Deutsch: Kannibale, Menschenfresser, Anthropophage
Jiddisch: קאַנאַבאַל מענטש פּרעדאַטערז [kanibál, mentschen-fresser]
Niederländisch: kannibaal, menseneter
Westfriesisch: kannibaal, minskeiter
Leeuwarder Stadtfriesisch: kannibaal, meenseëter
Englisch: cannibal, man-eater, anthropophagist, -phagite, -phagus
Dänisch: kanibal, menneskeæder
Schwedisch: kanibal, människoätare
Norwegisch: kanibal, menneskeeter
Irisch: canablach
Kymrisch: canibal
Bretonisch: debrer-tud
Latein: anthropóphagus
Portugiesisch: canibal, papa-gente, antropófago
Galicisch: caníbal
Spanisch: caníbal, antropófago
Katalanisch: caníbal, antropòfag
Provenzalisch: cannibalo
Französisch: cannibale, anthropophage
Rätoromanisch-Sursilvan: cannibal, magliaglieud
Italenisch: cannibal, antopofago
Esperanto: kanibalo, hommanĝulo, antropofago
Altgriechisch:
Niederersorbisch:
Russisch:
Ukrainisch: канібал
Hindi: नरभक्षी (narbhakṣī)
Finnisch: kannibaali, ihmissyöjä
Estnisch: kannibal, inimesesööjä
Türkisch: yamyam
Japanisch: hito-kui
Maltesisch: kannibalu
Arabisch:
Hebräisch:
Swahili: mtu alaye nyama ya binadamu
Zulu: izimu
Malaiisch: manusia yang makan sesama manusia
Baskisch: gizajale, kanibal

Zur Terminologie des Menschenfleisches

In manchen Sprachen wird unterschieden zwischen Fleisch als Körperteil und Fleisch als Nahrungsmittel, so in Englisch flesch – meat, in Französisch chair – viande, in Esperanto karno – viando.
Wenn von Menschenfleisch die Rede ist, heißt es dennoch englisch human flesh, französisch chair humanie, also Fleisch als Körperteil bezeichnet. Die Bezeichnungen human meat und viande humaine wären vom Sinn her eher zu erwarten, sind aber nicht üblich, da eine Bezeichnung von Menschenfleisch als Nahrungsmittel den Menschen offensichtlich widerstrebt. Im Esperanto ist es aber akzeptabel, hier von homa viando zu sprechen.

Profaner Kannibalismus Heute

Sunday, May 6, 2018

Wie Städte subtil gegen Obdachlose vorgehen

Damit Obdachlose an bestimmten Stellen zum Beispiel an Tourismus-Hotspots nicht mehr übernachten, haben sich bestimmte Methoden etabliert den öffentlichen Raum dementsprechend zu gestalten.

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So werden u.a. Bänke in der Mitte mit Armlehnen versehen, sodass Obdachlose darauf nicht mehr schlafen können.

Mehr dazu im Artikel auf www.deutschlandfunknova.de: Wie Städte subtil gegen Obdachlose vorgehen von Sandra Wolf, Geografin.